Geschäftsbericht 2014/15 Geschäftsbericht 2014/15
Menü

step-lightly

Umwelt

Reisen gehört zur menschlichen Existenz und ist ein wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft. Als weltweit führender Touristikkonzern sind wir uns der hohen Verantwortung gegenüber Umwelt und Gastländern bewusst. Wir setzen uns dafür ein, Umwelteinflüsse und soziale Auswirkungen rund um unsere Reisen kontinuierlich zu verbessern. Denn eine intakte Umwelt und Gesellschaft sind die besten Voraussetzungen für dauerhaft schöne Ferien.

Klima

Experten schätzen, dass rund 5 % der weltweiten CO2-­Emissionen Reisen und Tourismus1 zugerechnet werden können. Damit stellen Treibhausgasemissionen und zugleich deren Einfluss auf den Klimawandel für die Tourismusindustrie eine der größten globalen Herausforderungen dar.

Wir sind uns unseres ökologischen Fußabdrucks bewusst und haben deshalb den Klimaschutz und die Minderung unserer CO2-Emissionen in unserer Nachhaltigkeitsstrategie verankert. Unseren CO2-Fußabdruck zu betrachten und zu managen, ist für TUI auch wirtschaftlich sinnvoll. Durch ein effizienteres Handeln und die Reduktion von Energie- und Treibstoffverbräuchen konnten in den Jahren 2012–2014 über 50 Mio. Euro2 eingespart werden.

Unser Ziel ist es, die negativen Auswirkungen der eigenen Geschäftstätigkeit auf das Klima weiterhin zu verringern. Dazu stehen wir auch in engem Austausch mit Vertretern von Forschung, Wissenschaft und Politik, um wirkungsvolle Maßnahmen zu entwickeln und umzusetzen. Da der Flugverkehr mehr als 80 % unserer CO2-Bilanz ausmacht, setzen wir bei den TUI Airlines einen besonderen Schwerpunkt unserer Arbeit.

1United Nations Environment Programme, 2014.
2Berechnung von Kosteneinsparungen ohne etwaige Vorabinvestitionen.

Airlines

In den letzten sechs Jahren haben wir den spezifischen CO2-Wert unserer Airlines (gemessen in g CO2 / Passagierkilometer) um über 10 % reduziert. Wir betreiben die emissionseffizienteste Flotte Europas und haben uns zum Ziel gesetzt, diese Position zu halten und auszubauen.

Im atmosfair Airline Index 2014 war die deutsche TUIfly zum zweiten Mal in Folge als „klimafreundlichste Airline weltweit mit mehr als 1 Million Passagiere“ gelistet. Die britische Thomson Airways erhielt bei den World Responsible Tourism Awards 2014 einen Preis für das beste Airline-CO2-Minderungsprogramm.

TUI investiert weiter in ein ambitioniertes Flottenerneuerungsprogramm. So ist die TUI Group der einzige integrierte Touristikkonzern, dessen Flotte Boeing 787 Dreamliner besitzt. Durch die Verwendung von kohlenstoffverstärktem Kunststoff beim Bau der Flugzeughülle ist der Dreamliner leichter und aerodynamischer als bisher eingesetzte Flugzeuge. Dadurch sinkt der Kerosinverbrauch um etwa 20 %. Auch die Lärmemissionen sind um mehr als 60 % niedriger im Vergleich zu den vor der Einführung verwendeten Flugzeugen. Aktuell betreibt die TUI dreizehn Dreamliner, bis 2019 wird diese Zahl auf siebzehn steigen.

TUI Airlines - TREIBSTOFFVERBRAUCH UND RESULTIERENDE EMISSIONEN
    2014/15 2013/14 Veränd. %
Spezifischer Treibstoffverbrauch l/100 pkm* 2,62 2,68 – 2,3
Kohlendioxidemissionen (CO2) – absolut t 5.034.264 5.014.068 + 0,4
Kohlendioxidemissionen (CO2) – spezifisch kg/100 pkm* 6,60 6,76 – 2,3
Stickoxid (NOX) – absolut t 30.754 31.651 – 2,8
Stickoxid (NOX) – spezifisch g/100 pkm* 41,38 44,13 – 6,2
Kohlenmonoxid (CO) – absolut t 1.523 1.440 + 5,8
Kohlenmonoxid (CO) – spezifisch g/100 pkm* 2,05 2,01 + 2,0
Kohlenwasserstoff (HC) – absolut t 130 131 – 0,8
Kohlenwasserstoff (HC) – spezifisch g/100 pkm* 0,17 0,18 – 5,6

* Erläuterung: pkm = Passagierkilometer.

TUI Airlines – CO2 INTENSITÄT
    2014/15 2013/142 Veränd. % g CO2e/pkm1
TUI Airline-Flotte g CO2/pkm1 66,0 67,6 – 2,3 % 66,7
ArkeFly g CO2/pkm1 63,8 69,0 – 7,5 % 64,4
Corsair International g CO2/pkm1 79,8 82,3 – 3,0 % 80,6
Jetairfly g CO2/pkm1 69,6 70,0 – 0,6 % 70,3
Thomson Airways g CO2/pkm1 63,7 64,8 – 1,7 % 64,3
TUIfly g CO2/pkm1 63,4 63,8 – 0,6 % 64,0
TUIfly Nordic g CO2/pkm1 60,6 62,6 – 3,2 % 61,2

1 Erläuterung: pkm = Passagierkilometer.
2 Seit 2015 wendet die TUI Group den Europäischen Standard (EN 16258-2012) zur Berechnung an, um den Anforderungen aus dem Europäischen Emissionshandelsystem zu entsprechen. Die Werte des Geschäftsjahres 2013/14 werden entsprechend neu ausgewiesen.

Die TUI rüstet weiterhin Flugzeuge mit der innovativen Split-Scimitar-Winglets-Technologie nach, die den Kerosinverbrauch um bis zu 2 % mindert. Bereits Verwendung finden treibstoffsparende Blended Winglets, durch die der Kerosinverbrauch um bis zu 5 % reduziert wird. Auf einer Strecke von Hannover nach Boa Vista (Kapverden) können durch das neue Strömungssystem rund 450 Liter Kerosin eingespart werden. Zusätzlich werden durch die neuen Winglets auf dieser Flugstrecke rund 1.134 Kilogramm CO2 weniger ausgestoßen.

Im Rahmen unserer Nachhaltigkeitsstrategie werden wir auch konzernübergreifend gemeinsam mit Flughäfen das Thema Abfall im Flugbereich stärker beleuchten. Bereits heute werden bei der TUIfly Nordic zum Beispiel 95 % des Abfalls an Bord getrennt.

Forschung und Entwicklung: In Partnerschaft mit Boeing und NASA beteiligte sich die TUI Group am eco­Demonstrator-Projekt, um die Tauglichkeit neuer umweltrelevanter Technologien im Flugverkehr zu erproben.

Die Forschungsergebnisse sind aus zwei besonderen Gründen relevant: Zum einen helfen die Erkenntnisse der gesamten Luftfahrtindustrie beim Bau neuer effizienterer Flugzeuge – die Ergebnisse werden öffentlich zugänglich gemacht. Mindestens ebenso bedeutsam war, dass die Partner nach Abschluss der Testflüge die TUI ­Maschine komplett recyceln ließen, um auch in diesem Bereich neue Kenntnisse zu erlangen.

Kreuzfahrten

Kreuzfahrten werden immer beliebter. In 2014 beförderte die Kreuzfahrtbranche weltweit etwa 22 Millionen Passagiere auf über 500 Schiffen. Auch die TUI wird in diesem Bereich in den nächsten Jahren weiter wachsen.

Die TUI Group führt drei Marken mit insgesamt 13 Kreuzfahrtschiffen. Das Kreuzfahrtgeschäft bringt besondere Umweltherausforderungen mit sich. Neben der Minderung klimarelevanter Emissionen, wie CO2, engagieren sich die TUI Kreuzfahrtunternehmen zudem für die Verringerung weiterer Luftemissionen wie Schwefeloxide, Stickoxide und Rußpartikel.

Auch im Bereich der Kreuzfahrten setzen wir auf technische Erneuerung und innovative Ansätze und Techno­logien, um unseren ökologischen Fußabdruck zu verringern. So hat TUI Cruises nach der Mein Schiff 3 im Juni 2015 die Mein Schiff 4 in Dienst gestellt. Beide Neubauten sind 30 % energieffizienter als vergleichbare Schiffe und setzen in der Branche neue Maßstäbe. Beide Schiffe erzielen Treibstoffeinsparungen durch innovative Umwelttechnologien und ein gelebtes Umweltmanagement an Bord. Ein intelligentes Energiemanagementsystem, effiziente Klimaanlagen, eine neuartige Beleuchtungssteuerung und die Nutzung der Abwärme der Motoren tragen zu einer erheblichen Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks bei.

Durch das innovative Zusammenspiel der Entschwefelungsanlage (Hybrid-Scrubber) mit Katalysatoren reduzieren die Mein Schiff 3 und 4 die schädlichen Schwefelemissionen um etwa 99 %.

Ein weiteres wichtiges Thema ist der Abfall an Bord der Schiffe. Bereits auf der Mein Schiff 1 und der Mein Schiff 2 hat TUI Cruises ein systematisches Abfall­management eingeführt und mit diesem sowie weiteren Maßnahmen die Menge der Abfälle an Bord erheblich gesenkt. Den nächsten Schritt in Sachen Abfallreduk­tion ist das Unternehmen bei seinem ersten Neubau gegangen: Für TUI Cruises ist es ein wichtiges Anliegen, das Abfallmanagement und entsprechende technische Anlagen im Rahmen eines weiterentwickelten Abfallsystems in die Konzeption aller Neubauten einzu­beziehen. An Bord sortieren Crewmitglieder den gesamten Abfall aus den öffentlichen Bereichen und Kabinen und trennen diesen in sechs Kategorien. Die sortierten Abfälle werden zerkleinert, gepresst, verbrannt oder an Land zum Recycling beziehungsweise zur fachgerechten Entsorgung abgegeben. So erreicht TUI Cruises an Bord eine Mülltrennungsquote von nahezu 100 %.

7,89 Liter Abfall fielen im Jahr 2014 durchschnittlich pro Person und Übernachtung an. Damit ist es TUI Cruises gelungen, die Abfallquote gegenüber dem Vorjahr um 11,15 % zu senken.

Auch bei Hapag-Lloyd Kreuzfahrten wird bei Neubauten auf den Umweltaspekt geachtet. Der Neubau der MS Europa 2 ist mit einem Katalysator ausgestattet, der den Stickoxidausstoß um bis zu 95 % reduziert. Die Europa 2 ist das erste Kreuzfahrtschiff, das die EEDI-­Zertifizierung (Energy Efficiency Design Index) vom Germanischen Lloyd erhalten hat. Weiterhin werden im operativen und schiffstechnischen Betrieb fortlaufend Verbesserungen zur Minderung negativer Umwelteffekte vorgenommen. So wurden bei einem Werftaufenthalt die beiden Stabilisatoren der MS Hanseatic general­überholt und auf eine umweltfreundliche Technologie umgerüstet, die eine besondere Maßnahme im Hinblick auf die Nachhaltigkeit darstellt. Ab sofort werden die Stabilisatoren mit umweltverträglichem Bio-Öl betrieben.

UMWELT KENNZAHLEN

2,62
LITER
pro 100 Passagierkilometer
(Treibstoffverbrauch der TUI Airlineflotte)
KLIMAEFFIZIENZ DER TUI AIRLINES IM VERGLEICH MIT DEN GRÖSSTEN AIRLINES1 IN EUROPA in g CO2 /pkm2
KLIMAEFFIZIENZ DER TUI AIRLINES IM VERGLEICH MIT DEN GRÖSSTEN AIRLINES1 IN EUROPA in g CO2 /pkm2
Weltweit operierende Airlines (Durchschnitt)3
Europäische Linien-Flugzeuggesellschaften (Durchschnitt)
Europäische Budget-Airlines (Durchschnitt)
TUI Airlines (Durchschnitt)
TUI Airlines (Durchschnitt)
98,6
95,7
82,4
66,0
66,0
67,6
-2,3%

1Auf der Grundlage von Daten und Passagierzahlen der 4 größten Budget Airlines und Linien-Fluggesellschaften in Europa. Datenstand Juni 2015

2Erläuterung: pkm  =  Passagierkilometer

3Global airlines emissions metrics: Kombination von Mittelwerten bei Kurz- und Langstrecken-Flügen (UK Government)

KOHLENDIOXIDEMISSIONEN (CO2)in t
Verwaltungsgebäude

und Reisebüros

38.115
(35.110)
Kreuzfahrten
639.119
(576.741)
Scope 3 (Sonstige)
68.403
(63.888)
Hotels & Resorts
510.492
(658.568)
Gästebeförderung (Land)
17.761
(24.974)
Airlines & Flug
5.615.386
(5.520.695)

Vorjahreswerte in Klammern

Reisebüros und Gästebeförderung

Die TUI ist weltweit mit ca. 70 Bürostandorten, über 300 Ho­tels, 1.800 Reisebüros und einer Busflotte von mehr als 300 Bussen breit aufgestellt. Der aus diesen Bereichen resultierende CO2-Fußabdruck ist zwar gemessen an den Emissionen von Flugbereich und Kreuzfahrt eher gering (ca. 11 % der globalen CO2-Emissionen der TUI Group). Jedoch setzen wir auch in diesen Bereichen zahlreiche Maßnahmen um, die dazu beitragen, unsere eigene Geschäftstätigkeit nachhaltiger zu gestalten.

In allen britischen Thomson- und First-Choice-Reise­büros wurde ein so genanntes Energy Dashboard installiert. Diese technische Lösung bietet eine einfache Echtzeitdarstellung des aktuellen Energieverbrauchs eines Reisebüros und einen Abgleich mit gesetzten Ener­giesparzielen. Das Dashboard hat dazu beigetragen, den CO2-Ausstoß innerhalb von drei Jahren um 24 % zu senken. Nicht zuletzt aufgrund der Einführung des Dashboard hat TUI UK & Irland im Januar 2015 erfolgreich die ISO-50001-Zertifizierung (Energiemanagement) erhalten.

In einem groß angelegten Projekt werden aktuell in Deutschland zahlreiche Reisebüros modernisiert und umgestaltet. In diesem Zusammenhang stellen die Reisebüros das gesamte Beleuchtungskonzept und die Deckenbeleuchtung auf moderne LED-Technologie um. Dadurch ergibt sich ein jährliches Stromeinsparpotenzial von mindestens 50 %. Durch die ausgeführten Modernisierungsmaßnahmen konnten die CO2-Emissionen bei den Reisebüros um rund 25 % in den letzten zwei Jahren gesenkt werden.

Zudem werden über 400 eigene Reisebüros in Deutschland mit grünem Strom aus Wasserkraft durch den Anbieter EnergieDienst versorgt. Die TUI Verwaltungsgebäude am Standort Hannover werden ebenso mit Naturstrom der BS Energy beliefert.

01
02
03

Unsere Umweltbilanz verbessern wir auch dadurch, dass wir die Menge an Papier für gedruckte Kataloge reduzieren. So haben wir in den Jahren 2012 bis 2014 8,2 Mio. Katalogseiten weniger gedruckt. Dies führt neben dem positiven Effekt der Papiereinsparung auch zu einer Minderung von CO2-Emissionen, die im Druckprozess entstehen – und zwar um 51 %.

Das spanische Unternehmen Ultramar befördert jährlich rund 10 Mio. Passagiere mit TUI Bussen. Ultramar hat verschiedene Maßnahmen zur Minderung des Kraftstoffverbrauchs eingeführt. So finden Sprit­spar­trainings für die Fahrer statt, in denen diese in Sachen effi­zienterer Fahrtechniken geschult werden. Gleich­zeitig investiert das Unternehmen in verbrauchsärmere Fahr­zeuge. Zudem wird durch den Einbau von Satelliten­navigationssystemen die Fahrtroute ständig optimiert und der Kraftstoffverbrauch kontrolliert.

TUI Hotels & Resorts

Die Hotelmarken der TUI zählen zu den Umweltführern an ihrem jeweiligen Standort und engagieren sich für den Umweltschutz. In zahlreichen Projekten und Initiativen engagieren sich die Hotels im Bereich des Klimaschutzes und für den effizienten Einsatz von Ressourcen.

Bei der Wärmeerzeugung im Robinson Club Cala Serena auf Mallorca werden erhebliche Mengen CO2 vermieden. Drei Biomasse-Heizkessel mit je 200 kW Leistung stellen die Warmwasserversorgung und Heizung für Gebäude und Pools sicher. Durch die Installation einer Holzpelletanlage werden jährlich rund 220.000 Liter konventionellen Heizöls eingespart.

Im griechischen Robinson Club Daidalos auf Kos sind ein Doppelzimmer und ein Familienzimmer als die weltweit ersten Robinson Umweltzimmer eingerichtet worden. Durch den Einbau von Messgeräten können die Gäste jeder­zeit nachvollziehen, wie viel Strom, Kalt- und Warmwasser sie täglich verbrauchen und wie viel Energie die Klimaanlage benötigt. Auf einem Monitor erscheinen die tagesaktuellen Werte, die Berechnung des CO2-Ausstoßes sowie der Verbrauch des sparsamsten Gastes im Vergleich.

Zahlreiche weitere Maßnahmen des Clubs unterstreichen den Umweltgedanken. Durch die Installation einer thermischen Solaranlage kann in der Hochsaison das gesamte Warmwasser des Clubs durch Sonnenenergie erzeugt werden. Die 4.000 m2 große Photovoltaikanlage erzeugt rund 160.000 kWh Strom pro Jahr. Das entspricht in etwa dem Bedarf von 40 Einfamilienhäusern.

Durch das Verfahren der Elektrolyse kann umweltfreundliches Chlor aus Kochsalz erzeugt werden. So werden die Pools ohne Einsatz von Chemikalien des­infiziert.